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Fünf Gründe, warum die Turbulenzen im Öl- und Gassektor eine Chance für Investoren sind

Der Öl- und Gassektor hat in den USA ein paar turbulente Jahre hinter sich, in denen die tatkräftige Unterstützung durch die scheidende Regierung einer eher weniger offenen Haltung durch den neuen Amtsinhaber wich. In Verbindung mit den erheblichen Nachfragerückgängen infolge von Covid-19 ist klar, in den 2020er Jahren steht die Branche vor großen Herausforderungen.

Trotzdem halte ich den Sektor auch weiterhin für eine großartige Investitionsmöglichkeit. In diesem Artikel möchte ich mehrere Gründe aufzeigen, warum er auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil eines jeden Anlageportfolios sein sollte. 

 

1.     Er ist von zentraler Bedeutung für die Weltwirtschaft

Zunächst einmal ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass es Öl und Gas waren, die das Wachstum der Weltwirtschaft in den letzten 80 Jahren angetrieben haben. Es mögen zwar neue Technologien aufkommen, aber die zentrale Rolle, die Öl und Gas in der Weltwirtschaft spielen, verbunden mit der bestehenden Infrastruktur wird Öl und Gas auch auf absehbare Zeit im Zentrum des weltweiten Energiemixes sein.
Und es ist nicht nur seine Rolle als Brennstoff, der für die Weltwirtschaft so ungemein wichtig ist. Nahezu jedes Produkt, das infolge der Pandemie nachgefragt wurde, basiert auf einem aus Öl gewonnenen Material, wie der Großteil der persönlichen Schutzausrüstung (PSA), viele Formen von Handdesinfektionsmitteln und auch wesentliche Teile von medizinischer Ausrüstung wie Beatmungsgeräte.

Dies spiegelt sich in der Tatsache wider, dass der Öl- und Gaspreis in der Anfangsphase der Covid-19-Pandemie zwar stark gesunken ist, sich aber auch sehr schnell wieder erholt hat. Am Beispiel von Light Sweet Crude war der Preis von 123 US$ pro Barrel Anfang Januar 2020 auf einen Tiefststand von 19 US$ drei Monate später eingebrochen, hat sich aber anschließend wieder auf rund 50 US$ pro Barrel im Januar 2021 erholt.

Wenn man bedenkt, dass die Herausforderungen der letzten 12 Monate wahrscheinlich beispiellos sind, bedeutet dies, dass Öl derzeit etwa nur rund die Hälfte des Wertes hat, den es noch vor einem Jahr hatte. Das ist mehr als ein guter Grund, sich den Sektor aus der Anlageperspektive zu betrachten.

 

2.     Es ist eine Menge Fachkompetenz vorhanden

Die Preisschwankungen haben einen sehr realen Einfluss auf die gesamte Branche. Nach Angaben der Texas Workforce Commission wird geschätzt, dass allein in Texas Ende 2020 rund 50.000 Menschen weniger im Öl- und Gassektor gearbeitet haben als noch 12 Monate zuvor. So ziemlich jede andere US-Öl- und Gasförderregion berichtet ähnliches.

Die Branche ist schon immer einem Boom- und Bust-Zyklus gefolgt, aber die Art und Weise, wie Covid-19 den Abschwung beeinflusst hat, bedeutet, dass gerade jetzt eine Menge Fachkompetenz auf dem Stellenmarkt verfügbar ist. Der aktuelle Wettbewerb um Jobs sollte dazu beitragen, die Betriebskosten für eine relativ lange Zeit niedrig zu halten.

 

3.     Zeit für Innovationen

Gleichzeitig ist eine wirtschaftliche Krise oft ein Beschleuniger für Innovationen. Es besteht eine enorme Nachfrage nach den Produkten, die der Öl- und Gassektor herstellt, auch wenn die Nachfrage und das Angebot im letzten Jahr äußerst schwer einzuschätzen waren. Während sich die Explorations- und Produktionsfirmen an die neue wirtschaftliche Realität anpassen, scheint es wahrscheinlich, dass es ein erhebliches Maß an neuen Innovationen geben wird. Sei es in Bereichen Zum Auffinden neuer Fördergebiete durch zu Hilfenahme von Künstlicher Intelligenz, oder ein effizienterer Ansatz für die Wartung von Werkzeugen an einer Bohrstelle.

Alle möglichen neuen Techniken und Innovationen wurden in den letzten Jahren diskutiert. Die vorherrschenden wirtschaftlichen Bedingungen führen jetzt dazu, dass Unternehmen in eine Position gezwungen werden, in der sie etwas Neues ausprobieren müssen. Grundsätzlich gibt es für sie zwei Möglichkeiten, um in diesem Sektor erfolgreich zu sein: niedrigere Betriebskosten, durch z.B. eine verbesserte Backoffice-Effizienz, oder eine höhere Rendite, durch verbesserte Explorationstechniken.

Aus Investitionsperspektive sind beide Formen der Innovation willkommen, schlicht weil sie zu besseren Renditen führen.

 

4.     Es ist nicht Crypto

In der Zwischenzeit haben sich viele Leute den Kopf über Crypto zerbrochen, nachdem der Preis von Bitcoin von 5.000 US-Dollar im vergangenen März bis in die Region von 40.000 US-Dollar Anfang 2021 gestiegen ist. Aus einer Investitionsperspektive ist es ein interessantes Asset, aber bei allen Chancen, die Kryptowährungen bieten, bestehen auch erhebliche Risiken.

Risiko ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Es ist wesentlicher Bestandteil von Erfolg. Ein Risiko muss realistisch eingeschätzt und verwaltet werden, und der beste Weg, es zu verwalten, ist ein ausgewogenes Portfolio mit einer Mischung aus verschiedenen Produkten, die für Stabilität sorgen. Der Öl- und Gassektor bietet die richtige Balance: Er ist verstanden, reguliert und liefert Renditen, die jede Volatilität ausgleichen können.

 

5.     Und es ist nicht Kohle

Die Tendenz besteht darin, natürliche Ressourcen in Gruppen zusammenzufassen und davon auszugehen, dass sie alle schmutzig sind. Die Realität ist jedoch, dass Öl und Gas deutlich sauberer sind als Kohle und wesentlich geringere Auswirkungen auf die Umwelt haben, insbesondere wenn die Projekte gut gemanagt werden und die Rückstände auf ein Minimum beschränkt werden.

Ein Großteil des derzeitigen Drucks, der angeblich auf dem Rohstoffsektor lastet, betrifft in Wirklichkeit die Kohle. Es scheint keine Anzeichen dafür zu geben, dass unser Appetit auf Energie in naher Zukunft nachlässt. Alternativen befinden sich noch in der Entwicklungs- beziehungsweise Frühphase, und Atomkraft hat eine sehr lange Entwicklungszeit und nur wenige lautstarke Befürworter. Das bedeutet, dass Öl und Gas noch eine ganze Weile im Zentrum des globalen Energiemixes stehen werden.

 

Fazit

Die Branche steht unter vielfältigem Druck, der über die Auswirkungen von Covid-19 hinausgeht. Kurz und bündig kann man sagen, dass die Fundamentaldaten weiterhin äußerst attraktiv sind. Die Produkte der Branche sind nach wie vor sehr gefragt, sowohl wegen der Energie, die sie liefern, als auch wegen der Güter, die aus ihren Derivaten hergestellt werden können. Es gibt enormes Effizienzverbesserungspotential und das derzeitige wirtschaftliche Umfeld macht es wahrscheinlich, dass sich die Unternehmen auf den Wandel einlassen.

Öl und Gas stellen eine außergewöhnliche und von den meisten Marktteilnehmern anerkannte Möglichkeit dar, ein Portfolio auszubalancieren.

 

Über den Autor

Kay Rieck ist seit mehr als zwei Jahrzehnten als Investor im US Öl- und Gassektor tätig. Er war über viele Jahre als Finanzberater und Börsenmakler an der New Yorker Börse (NYSE) tätig. Sein Interesse an der Öl- und Gasbranche und den damit verbundenen Assets entwickelte er schnell und baute seine Expertise im Investmentbanking und der Vermögensverwaltung beim New York Board of Trade und dem Chicago Board of Trade aus. Unter Nutzung seines außergewöhnlichen Netzwerks an globalen Kontakten gründete er 2008 sein erstes Öl- und Gasförderunternehmen in den USA und wählte Investitionen unter anderem im Haynesville Shale, Permian-Becken, Eagle Ford Shale, Dimmit County und überall dort aus, wo sich außergewöhnliche Renditeaussichten boten und bieten.

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